Autor: Paul Görtler
Datum: 23.-24.01.2026
Kategorie: Projekte

Startschuss für die Legal Pioneers

Der Legal Tech Workshop „Start & Grow: Legal Pioneers“ startete am Freitagmittag im Open Innovation Lab am Institut für Entrepreneurship & Innovation. Nachdem alle Teilnehmenden der AI_Association, des Masterstudiengangs Digitalisierung & Entrepreneurship, der Bucerius Law School und  b{u}ilt eingetroffen waren, eröffnete der Präsident der Universität Bayreuth, Prof. Dr. Stefan Leible, den Workshop. Anschließend übernahmen die Organisatoren des Open Innovation Lab, insbesondere Nikolaj Penava und Tina Beeg, das Ruder. Zuerst lernten sich die Teams kurz kennen. Jedes Team vereinte Kenntnisse aus den Bereichen Informatik & KI, Entrepreneurship & wirtschaftlichen Denken und Rechtswissenschaften.  Dann startete auch schon die Arbeitsphase. 

Fokus auf Chancengleichheit

Das Wochenende stand unter dem wichtigen Oberthema „Chancengleichheit in der juristischen Ausbildung“. Alle Teams stellten sich der Frage, wie wir Menschen mit unterschiedlichen persönlichen, gesellschaftlichen und strukturellen Hürden die juristische Aus- und Weiterbildung erleichtern können. Die Teams wählten hierfür aus verschiedenen Subchallenges ihre Schwerpunkte: 

  • Neurodiversität: Zwei Teams widmeten sich dem Thema Neurodiversität & kognitive Vielfalt.  
  • Mental Health: Zwei Teams gingen das oft tabuisierte Thema der psychischen Belastung und mentalen Gesundheit an. 
  • Inklusion: Ein Team suchte nach Lösungen, um auch blinden Menschen ein Jurastudium zu ermöglichen. 
  • Soziale Gerechtigkeit: Zwei Teams arbeiteten an Innovationen für mehr Chancengleichheit trotz unterschiedlicher finanzieller und sozialer Startbedingungen. 

Arbeiten, Inspiration und Networking

Begleitet wurden die Arbeitsphasen des ersten Tages durch Inputs des Open Innovation Labs zu Teamarbeit und kreativen Ideenfindungsmethoden. Schon am Abend präsentierten die Teams ihre ersten Ansätze in Zwei-Minuten-Pitches. Den inhaltlichen Abschluss bildete die Keynote von Clara Grunwald. Mit dem Zitat von Adam Judge – „The alternative to good design is always bad design. There is no such thing as no design“ – ermutigte sie uns, alte Muster zu hinterfragen und mehr Mut für vermeintlich verrückte Ideen zu zeigen. Vor allem zeigte sie uns anhand eigener Beispiele, wie wir „bad design“ in „good design“ umwandeln können. Das ist ein Punkt, bei dem wir Juristen ehrlich gesagt oft noch viel Nachholbedarf haben. Ausklingen lassen konnten wir den ersten Tag mit einem türkischen Abendessen im Open Innovation Lap und einem anschließenden Besuch im Leon‘s. 

Deep Dive und finale Pitches

Der Samstag startete um 9:00 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück und einem Reaktionsspiel, um die zum Teil noch müden Geister für den Endspurt zu wecken. Danach arbeiteten die Teams konzentriert und eigenständig an ihren jeweiligen Projekten weiter. Der einzige Programmpunkt für alle an diesem Tag war ein Vortrag zum Thema „Erfolgreich Pitchen“. 

Nachdem die Zeit für die meisten Teams schneller verging als erwartet, war es um 15:00 Uhr so weit. Jedes Team hatte fünf Minuten Zeit die anderen Teilnehmenden von ihrer Idee und gegebenenfalls sogar von ihrem ersten Prototypen zu überzeugen. Die Bandbreite der Präsentationsmethoden lies dabei ebenso wenig zu wünschen übrig, wie die Vielfalt der Ergebnisse. Von klassischen Slides bis hin zu Live-Demos und kleinen Theaterstücken stellten die Teams ihre Projekte vor, unter anderem die Folgenden:  

  • Ein WhatsApp-KI-Buddy, der wie ein „großer Bruder“ Fragen zum Studium beantwortet. 
  • Eine Plattform zur effizienteren Vernetzung anonymer User mit Ansprechpartnern im Hinblick auf das Thema mental health.  
  • Ein Gadget, das blinden Studierenden das Erfassen von Gesetzestexten erleichtert. 

Voting & Abschluss

Die Entscheidung fiel schließlich per „Dotmocracy“. In den Kategorien Impact, Umsetzbarkeit, Innovation und Klarheit stimmten die Teilnehmenden demokratisch selbst über die Sieger-Idee ab. Den knappen Sieg sicherte sich schließlich das Team „Open Law“. Ihre App-Lösung, die personalisierte Lernpläne für Studierende mit ADHS erstellt und durch einen Gamification-Ansatz mit Fokuszeiten das Lernen spielerisch und vor allem auch visuell ermöglicht, überzeugte die Teilnehmenden am meisten.  

So endeten zwei inspirierende Tage geprägt durch interdisziplinäre Zusammenarbeit und eine gemeinsame Vision – Chancengleichheit im Jurastudium für alle. Wir bedanken uns herzlich bei allen Organisatoren, die dieses Event ermöglicht haben, und bei den Teilnehmenden für die wertvollen und erkenntnisreichen Erfahrungen! 

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